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Zum Ende der Seite springen Hört es denn nie auf....  
Beiträge zu diesem Thema Autor Datum
 Hört es denn nie auf.... Erie 01.02.2005 00:01
 Willkommen Tina 01.02.2005 18:51
 RE: Willkommen Erie 01.02.2005 21:19
 RE: Willkommen Klaus 02.02.2005 08:46

Autor
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Erie
Foren-As


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Dabei seit: 31.01.2005
Beiträge: 452

Hört es denn nie auf.... Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Gerade erst vor einigen Minuten habe ich mich registrieren lassen, erst einige Beiträge gelesen und ich könnte schreiben und schreiben und schreiben.

Ich habe meinen Sohn Sascha am 15.1.1984 verloren. Notkaiserschnitt am errechneten Stichtag wg. einer vorzeitigen Plazentalösung 3. Grades.

Mein Floh hat es nicht geschafft, obwohl er kerngesund war, wie die Obduktion ergeben hatte.

Ich habe oft die Frage gelesen, läßt dieser Schmerz denn nie nach, es ist doch schon so lange her...

Der Schmerz wird leiser, aber er bleibt. Manchmal kommt er mit unbändiger Kraft wieder zum Vorschein, ist einfach da, als wenn alles erst gestern war. Aber es sind nun schon 21 Jahre vergangen.

Auch ich habe ein weiteres Kind bekommen, 4 Jahre später. Wieder ein Junge. Ich liebe ihn ebenso, wie seine beiden älteren Geschwister. Doch Sascha ist etwas ganz besonderes für mich geblieben und er wird es immer sein.

Manchmal sehe ich ihn nach wie vor als Baby, manchmal sehe ich ihn als einen jungen Mann von 21 Jahren. Ich sehe meine Söhne und denke, so ähnlich würde Sascha jetzt auch aussehen, so in der Art wie seine Brüder sind, würde er jetzt auch sein.

Ich bin stolz auf meinen Sohn, obwohl er nicht leben durfte, so hat er doch dazu beigetragen, dass das Buch "Ein Stern, der nicht leuchten durfte" entstehen konnte. Für mich hat sein Tod dadurch zumindest einen kleinen Sinn bekommen. Restlos und endgültig werde ich wohl nie verstehen und begreifen warum das alles ihm und mir passieren musste.

Und es ist richtig - ein Teil von mir ist 1984 mit meinem Sohn gestorben. Nichts war/ist mehr so, wie es einmal war. Ich denke, dass das auch normal ist, wäre es nicht so, so hätten wir vergessen und unser Kind nie geliebt. Niemand kann nach so einem Schicksalsschlag sein bisheriges Leben weiterleben. Es ist ein neues, ein anderes mit dem Tod unseres Kindes für uns geboren.

__________________
Sein Unglück ausatmen können,so dass man wieder einatmen kann und den Schmerz beschreiben können und weinen können – das wäre schon fast wieder Glück
01.02.2005 00:01 Erie ist offline Beiträge von Erie suchen Nehmen Sie Erie in Ihre Freundesliste auf
Tina
Doppel-As


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Dabei seit: 27.12.2004
Beiträge: 580
Herkunft: Dortmund

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Hallo Erie!

Ist Erie Dein richtiger Name?

Ein ganz herzliches Willkommen hier.
Es tut mir leid,das auch Dein Sohn ein Sternenkind ist.
Ich finde es schön,mit wieviel Liebe und Stolz Du über ihn schreibst.Und das Deine Gefühle für Deinen kleinen Schatz nach all den Jahren noch so intensiv sind.
Bei mir ist es "erst" 1,5 Jahre her,das mein Kind ein Sternchen wurde.Ich habe zwischendurch manchmal schon Angst bekommen,das die Erinnerungen verblassen könnten.
Manchmal kommt mir meine Schwangerschaft nur noch wie ein schöner Traum vor.Ging es Dir zwischendurch auch mal so?
Denn wie Du schon schreibst,wenn wir unsere Kinder vergessen würden,hätten wir sie nie geliebt!


Liebe Grüße

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Tina mit *Pünktchen* und *Würmchen* für ewig im Herzen
01.02.2005 18:51 Tina ist offline E-Mail an Tina senden Beiträge von Tina suchen Nehmen Sie Tina in Ihre Freundesliste auf
Erie
Foren-As


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Dabei seit: 31.01.2005
Beiträge: 452

Themenstarter Thema begonnen von Erie
RE: Willkommen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hi Tina, ja, Erie ist mein wirklicher Name - eigentlich Erika, aber so nennt mich kaum jemand.
Für mich ist es ganz normal, dass meine Gefühle auch nach all diesen Jahren noch so intensiv sind. Sind es doch die Gefühle, die meinem Kind gehören, die, die ich ihm so gern persönlich gegeben hätte, es jetzt aber nur mit Herz und Seele tun kann. Ich denke nicht, dass diese Gefühle jemals verblassen werden. Wie sollte das gehen? Und warum? Weil mein Sohn ein Sternchen ist? Er lebt doch, in mir, mit mir und das mindestens solange es mich gibt.

Das mir meine Schwangerschaft zwischendurch mal nur noch wie ein schöner Traum vorkam, nein, kann ich nicht sagen. Es war aus den verschiedensten Gründen keine schöne Schwangerschaft, obwohl der Floh ein Wunschkind war. Ich müsste weit ausholen, um Dir das verständlich erklären zu können. Mach ich aber gern, wenn Du möchtest.

Ich denke heute noch manchmal, das ist alles nicht wahr, das stimmt nicht. Mein Sohn ist nicht gestorben, der lebt. Ich habe ihn doch gehört, er hat doch geweint.Ärzte und Schwestern haben im OP doch von "Nottaufe" gesprochen. Das machen die doch nicht, wenn er still geboren ist. Die haben ihn mir einfach weggenommen....
Verrückt, ich weiß. Ist aber so, immer mal wieder. Wahrscheinlich, weil man mir verwehrt hat, meinen Sohn zu sehen, ihn zu beerdigen und wohl auch, weil ich bei diesem Notkaiserschnitt um ein Haar mit meinem Sohn gegangen wäre. Wahrscheinlich war ich irgendwie im Land dazwischen.

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Sein Unglück ausatmen können,so dass man wieder einatmen kann und den Schmerz beschreiben können und weinen können – das wäre schon fast wieder Glück

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Erie am 01.02.2005 21:20.

01.02.2005 21:19 Erie ist offline Beiträge von Erie suchen Nehmen Sie Erie in Ihre Freundesliste auf
Klaus
Administrator


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Dabei seit: 11.09.2004
Beiträge: 801
Herkunft: Karlsruhe

RE: Willkommen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Erie,
auch wenn Ihr Verlust schon über 10 Jahre her ist, so kann ich mir gut vorstellen, dass dieses Erlebnis bei Ihnen noch immer sehr präsent ist. Ich denke, dass das bei großen seelischen Verletzungen absolut normal ist. So kann ich mich noch sehr gut an für mich schmerzliche Dinge erinnern, die 20 und 30 Jahre zurückliegen.
Unter den gegebenen Umständen (Notkaiserschnitt) glaube ich Ihnen, dass Sie trotz Vollnarkose Verschiedenes mitbekommen haben. In Einzelfällen kommt das auch bei einer normalen OP vor.
Wenn man - wie Sie - nicht bewusst den Tod des eigenen Kindes mitbekommen hat, sind Vorstellungen normal, dass das Kind noch irgendwo lebt. Schließlich sterben Kinder nicht vor ihren Eltern. Das ist unsere menschliche Erfahrung, die hier auf den Kopf gestellt ist. Das ist das Problem, was den Umgang mit Stillgeburt so schwer macht.
Mit freundlichen Grüßen, Klaus

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02.02.2005 08:46 Klaus ist offline E-Mail an Klaus senden Beiträge von Klaus suchen Nehmen Sie Klaus in Ihre Freundesliste auf
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