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Zum Ende der Seite springen Kommentar zu Ute Horn, Leise wie ein Schmetterling  
Beiträge zu diesem Thema Autor Datum
 Kommentar zu Ute Horn, Leise wie ein Schmetterling Elisabeth 28.08.2005 21:48
 RE: Kommentar zu Ute Horn, Leise wie ein Schmetterling Elisabeth 28.08.2005 21:48
 RE: Kommentar zu Ute Horn, Leise wie ein Schmetterling anikaengel 05.09.2005 16:53
 RE: Kommentar zu Ute Horn, Leise wie ein Schmetterling Christine 09.09.2005 19:51
 RE: Kommentar zu Ute Horn, Leise wie ein Schmetterling Christine 09.09.2005 19:52

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Elisabeth
Grünschnabel


Dabei seit: 06.03.2005
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Meine Gedanken zu Ute Horns Buch "Leise wie ein Schmetterling" auf dem Hintergrund von Klaus Schäfer: "Ein Stern, der nicht leuchten konnte..."
Im Unterschied zu Klaus Schäfers Buch, in dem ich mich wiederfinde, kann ich dies vom zu besprechenden Buch nicht behaupten, ist es doch sehr von der Ego-Perspektive aufgezogen. Für mich persönlich ist die Trauer der Autorin um ihre fünf fehlgeborenen Kinder nicht tröstlich, da sie sie ja mit ihren sieben LEBENDEN Kindern und Ehemann betrauern kann.
Frau Horn plädiert für den Begriff "Fehlgeburt", weil man eine Geburt durchmache und dann was fehle. Mir fehlt nichts, sondern ich integriere den (übrigens viel späteren Kinderverlust, 28. und 30.Woche) in mein Dasein und schiebe ihn nicht weg.
Gut allerdings finde ich Frau Horns Ansatz, aus ihrem persönlichen Gefühl der Ohnmacht, Hilflosigkeit und des Nichtverstandenwerdens von der Umwelt heraus, vorliegendes Büchlein zu schreiben für Frauen, die das gleiche Schicksal -früher Kinderverlust, bis ca. 13.SSW- erlitten haben. Klaus Schäfer bearbeitet - minutiös durch akribische Umfragen recherchiert - das ganze Spektrum von frühen Verlusten bis zur voll ausgetragenen Stillgeburt (40.SSW).
Die in Frau Horns Buch empfohlenen Präventivmassnahmen zur Vermeidung einer Fehlgeburt können medizinisch nicht Bewanderte eher verunsichern.
Die Autorin erlebte alle ihre fünf Verluste im relativ frühen Schwangerschaftsstadium und teilt ihre Erfahrungen dazu mit, was seine Berechtigung hat. Das sollte auch so gekennzeichnet sein und nicht den Anspruch objektiver Berichterstattung erheben. Diesem Anspruch wird m.E. Klaus Schäfers Buch gerecht. Als quasi objektiver "Berichterstatter" wahrt er die würdige Distanz, was die Wiedergabe des von den befragten Frauen Erlebte und Erlittene aussagekräftiger macht.

Wegen Überlänge Fortsetzung in einer weiteren Nachricht
Elisabeth
28.08.2005 21:48 Elisabeth ist offline E-Mail an Elisabeth senden Beiträge von Elisabeth suchen Nehmen Sie Elisabeth in Ihre Freundesliste auf
Elisabeth
Grünschnabel


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Themenstarter Thema begonnen von Elisabeth
RE: Kommentar zu Ute Horn, Leise wie ein Schmetterling Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Mich stört Frau Horns Behauptung, dass die Trauer erfahrungsgemäss (sie spricht von ihrer Erfahrung, kennt weder meine noch die anderer ganz verwaister Eltern) zwei Jahre dauert. Ich zitiere wörtlich: "Danach gehört das Erlebte zu mir, aber es tut nicht mehr weh." (p.42). Und ob es weh tut. Je nach Situation oder Konfrontation mit meinem eigenen oder ähnlichen Schicksalen muss ich weinen und bin sehr aufgewühlt, auch nach 12 bzw. 14 Jahren. Nix mit 2 Jahren, dann vergessen. Ich schliesse nicht ab, ich integriere.
Für mich als total verwaister Mutter dreier stillgeborener Mädchen (30.SSW/28.SSW), deren biologische Uhr nach diesen Verlusten abgelaufen war, klingt folgender Satz in Frau Horns Buch zynisch. Ich zitiere: "Leichter wird es bestimmt, wenn man nach einer Fehlgeburt noch weitere Kinder bekommen kann, wie einmal eine Frau sagte:'Die beste Medizin gegen Fehlgeburten ist eine erneute Schwangerschaft.' " (p.43). Es sei festgehalten: Frau Horns Buch ist geeignet für Frauen, die in der frühen Schwangerschaft ihr Kind verloren haben, das hat sie erlebt. Eigentlich lebensfähige Kinder -tot- im Arm zu halten, das hat sie nicht erlebt.
Klaus Schäfer versucht, das ganze Spektrum des Kindesverlusts mit den befragten Frauen nachzuempfinden, würdig in Worte umzusetzen und am Beispiel verschiedener Frauen, Perspektiven aufzuzeigen, wie man dem Tod seiner Kinder einen Sinn geben kann. Dafür bin ich ihm dankbar.
Was meinen Mann, der mir zuliebe das Buch quergelesen hat, und mich überdies stört, ist, wie pauschal Frau Horn über Männer urteilt (pp.51ff), die mit ihren Frauen einen Kindesverlust zu betrauern haben. Sie stellt die Männer als blauäugige, verantwortungslose, ignorante Trottel hin, wogegen wir uns strikt verwahren.

Elisabeth
28.08.2005 21:48 Elisabeth ist offline E-Mail an Elisabeth senden Beiträge von Elisabeth suchen Nehmen Sie Elisabeth in Ihre Freundesliste auf
anikaengel


Dabei seit: 24.02.2005
Beiträge: 392
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Meine Erfahrungen mit den beiden Büchern:
Vorneweg: Ich kann hierfür jetzt nicht mehr in den beiden nachschauen, da ich Ute Horns Buch verschenkt und Klaus`Buch verliehen habe. Ich erzähle aus meiner Erinnerung, das, was hängengeblieben ist.
Frau Horn Buch habe ich einer Freundin geschenkt, die selbst zwei frühe Fehlgeburten erlitten hat, beide 10. SSW. Ich finde auch, dass dieses Buch sich eben hauptsächlich an die Frauen wendet, die so früh schon ihr Kind verloren haben. Ich selbst konnte mich auch nicht recht identifizieren, da ich meine Tochter wegen einer schweren Fehlbidung in der 20. SSW. abgetrieben habe. Was mir allerdings gut gefallen hat bei ihr, war, dass sie weniger rechtliches bzw. die unmittelbare Situation betreffendes geschrieben hat - denn mir fehlt in Klaus`Buch so ein bisschen Stoff zur Überbrückung der Zeit des Trauerns - sondern eher auf dieses Gefühlstohuwabohu eingegangen ist. Mir erscheint sein Buch eher faktenorientiert (im Rückblick). Das ist sehr nützlich am Anfang, aber später hin fehlt da was für die "sehnenden und suchenden" Mütter und Väter. Ich habe dieses Buch z.B. genutzt, um auf dem Standesamt etwas aufzuklären oder wegen dem Bestattungsrecht. Aber vielleicht wäre ein "Trauerbuch" von Klaus die ideale Ergänzung!
Es ist auch schwer, die Bücher direkt zu vergleichen.

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Liebe Grüsse von Anika mit Elisabeth (*/+17.10.2004) und Paul (*30.6.2006)

Das schönste Denkmal, das ein Mensch besitzen kann, steht in den Herzen seiner Mitmenschen. (Albert Schweitzer)
05.09.2005 16:53 anikaengel ist offline E-Mail an anikaengel senden Beiträge von anikaengel suchen Nehmen Sie anikaengel in Ihre Freundesliste auf
Christine
Eroberer


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Hallo an alle,

ich sehe es ähnlich wie Ihr beiden. "Leise wie ein Schmetterling" spricht über das Erleben und die Verarbeitung einer Fehlgeburt, "Ein Stern, der nicht leuchten konnte" hilft sicher in erster Linie verwaisten Eltern mit größeren stillgeborenen Kindern. Und so würde ich die Bücher auch weiterempfehlen, wenn ich mich entscheiden müsste. Da aber beide Bücher nicht die Welt kosten, kann ich nur wärmstens empfehlen, sie beide zu lesen, weil trotz Gemeinsamkeiten sich unterschiedliche Anregungen entdecken lassen.

In beiden Büchern wurde eine Vielzahl von Frauen über ihre Erlebnisse befragt, gerade in diesen Berichten habe ich mich oft wiedergefunden und verstanden gefühlt. Es werden in beiden Büchern konkrete Hilfen angeboten, wie die Trauerverarbeitung gestaltet werden kann, es wird auf die lange Zeit der Trauer eingegangen. Man wird in beiden Büchern darauf vorbereitet, das auch Unverständnis und falsches Handeln von Freunden und Verwandten erfolgen wird und welche Hintergründe dies hat. Großeltern, Freunde, Bekannte werden beim Lesen beider Bücher sensibilisiert, die richtigen Worte zu finden und richtige Taten folgen zu lassen, einfach eine Hilfe in der schweren Zeit der Trauerbewältigung zu sein. Auch auf die partnerschaftliche Problematik (meist unterschiedliche Trauerverarbeitung) wird hingewiesen und Wege zum gegenseitigen Verständnis aufgewiesen.

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Christine mit Sternchen (10. SSW 12.12.03) und Luise (40. SSW 28.03.05 gestorben, 29.03.05 geboren) im Herzen
09.09.2005 19:51 Christine ist offline E-Mail an Christine senden Beiträge von Christine suchen Nehmen Sie Christine in Ihre Freundesliste auf
Christine
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Die Unterschiede in beiden Büchern sehe in erster Linie in der Unterschiedlichkeit der Trauerverarbeitung um ein kleines fehlgeborenes und um ein größeres stillgeborenes Baby. Leider kann ich bei beiden Fällen mitreden. "Ein Stern der nicht leuchten konnte" beschreibt sehr umfangreich die Geburt selbst und wie wichtig es ist viel Zeit mit seinem Baby zu verbringen. Außerdem geht Klaus in seinem Buch ausführlich auf verschiedene Beerdigungsrituale ein und beleuchtet die rechtlichen Möglichkeiten. Dies wird in Ute Horns Buch nur mal kurz angerissen. Ich fand gerade das aber nach Luises Tod sehr wichtig, während sich eine Mutter, die ihr Kind nicht sehen und beerdigen kann, sich hier wohl nicht unbedingt angesprochen fühlt. "Leise wie ein Schmetterling" dagegen geht ausführlich auf die Situation ein, wie man sich z.B. Andenken schaffen kann, wenn man nach einer Fehlgeburt so gar nichts an Erinnerungsstücken hat. Es tut auch gut zu dem Thema einerseits ein Buch von einer sicher subjektiven betroffenen Mutter zu lesen und andererseits die eher objektive Meinung eines Seelsorgers.

Viele liebe Grüße!

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Christine mit Sternchen (10. SSW 12.12.03) und Luise (40. SSW 28.03.05 gestorben, 29.03.05 geboren) im Herzen
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